Ein Tag gewaltfreies Kommunizieren - krasse kultur du opfer
Eingereicht von: Verein c4

An diesem Tag wurden viele unterschiedlichste Menschen erreicht: SeniorInnen, StudentInnen, Personen mit und ohne Migrationshintergrund etc. Auch die unmittelbare Nachbarschaft wollte sich einbringen, wie z.B. der Kebab-Mann von nebenan.
Den meisten gefällt der Bezirk Lend aufgrund der Vielfalt sehr gut, sie leben sehr gerne hier oder besuchen diesen Ort regelmäßig. Dennoch ist "Gewaltfreie Kommunikation" für alle ein Thema. JedeR fühlte sich angesprochen. Vor allem jüngere Männer und ältere Frauen waren der Meinung, hier sollte mehr Bewusstsein geschaffen werden. So fühlen sich einige MigrantInnen nicht akzeptiert und von ÖsterreicherInnen schlechter behandelt, da sie z.B. von einigen Lokalen ausgeschlossen werden.
Viele Personen waren sehr interessiert mit dem Aktions-Team zu sprechen, weniger in der Gruppe. Daher wurden meistens Gespräche in Kleingruppen oder zu zweit geführt. Dafür waren diese Gespräche aber sehr offen - mit tiefgreifenden Inhalten über das Leben und die Erfahrungen der Einzelnen. Fragen wurden offen beantwortet und keine Berührungsängste gezeigt.
Von der Bevölkerung wurde es sehr positiv aufgenommen, dass Menschen aufgerufen wurden sich selber zu beteiligen. Das sollte hier mehr und öfters passieren, nicht nur an einem Tag. Dabei gab es meistens folgende Erfahrungswerte: Entweder waren Menschen sehr aktiv, wollten sich in unterschiedlichsten Positionen fotografieren lassen, waren sehr redseelig und beantworteten spontan schwere Fragen auf Flip-Charts wie "Haben Sie schon einmal jemanden geschlagen?". Andere wiederum waren stille BeobachterInnen, vor allem ältere Männer, und zählten die abgegebenen Stimmen auf dem Poster. Manche wollten sich aus unterschiedlichsten Gründen gar nicht fotografieren lassen. Vereinzelte Personen schienen auch nur kurz vorrüber zu gehen, blieben dann aber plötzlich Stunden, brachten eigene Gedichte vor und fanden einen Raum für ihre Performance.
Zwar fällt dieser Raum allen auf, reinzugehen ist hingegen schwer. Daher wurden Köder ausgelegt, wie provokante Flip-Charts, Fotos aufgehängt, die gerade frisch gedruckt wurden, Personen draußen in Gespräche verwickelt und aufgerufen, sich fotografieren zu lassen. Nachdem sich über 40 Personen eingebracht haben war diese Strategie erfolgreich.
Einige haben sich dann dür die Ausstellung zum Projekt "krasse kultur du opfer" im Zimale interessiert und haben Informationen zu den Erfahrungen bei der Projektumsetzung gesammelt. Insgesamt konnte ein sehr buntes Bild an frisch gedruckten Fotos aufgehängt werden, die noch ein paar Tage in der Auslage vom Zimale zu bewundern sind. Die Fotos können im Nachhinein abgeholt werden. Vielen Dank an alle mutigen TeilnehmerInnen!
Das Highlight:
Menschen aus unterschiedlichen Lebensräumen (Alter, Nationalität etc.) haben ihre Berührungsängste verloren und waren bereit sich spontan zum Thema "Gewaltfreie Kommunikation" zu beteiligen.