Neue Wege zur Arbeit für Menschen mit Behinderung
Inklusion am Arbeitsmarkt: Vorreiterrolle für die Steiermark
Graz, 14. Jänner 2019



Auch beim Thema Inklusion am Arbeitsmarkt strebt die Steiermark eine Vorreiterrolle unter den Bundesländern an. Das machte Soziallandesrätin Doris Kampus Montagvormittag bei einem Besuch in der Kinderreitschule-Pferdehof Römerweg in Eggersdorf bei Graz deutlich. „Menschen mit Behinderung wollen arbeiten wie du und ich. Das ist mein großes politisches Ziel", betonte die Soziallandesrätin. Umgesetzt wird das in diesem Unternehmen bereits in vorbildlicher Weise. Gemeinsam mit Jugend am Werk und im Rahmen des Projektes „inArbeit" ist es gelungen, einen Mitarbeiter mit Behinderung anzustellen. Für ihn, Patrick Meier, bedeutet die Anstellung nicht nur eigenes Einkommen zu fairen Bedingungen, sondern auch Anerkennung und einen großen Schritt zu einem möglichst selbstbestimmten Leben.
„Wir wollen, dass Menschen mit Behinderung einen gleichberechtigten Zugang zur Arbeitswelt haben. Patrick Meier und die Kinderreitschule sind ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man dieses Ziel konkret erreichen kann", sagte Soziallandesrätin Doris Kampus anlässlich eines Besuches in dem Reitzentrum nahe Graz. Es ist eines der Partnerunternehmen der Trägereinrichtung Jugend am Werk im Rahmen des Projektes „inArbeit", das für Menschen mit Behinderung den Weg zu einem inklusiven Arbeitsmarkt in der Steiermark aufbereitet.
Herr Meier absolvierte zunächst ein Praktikum in den Unternehmen, nunmehr wurde er angestellt. Kampus: „Für Herrn Meier realisiert sich damit, was wir für alle Menschen mit Behinderung wollen, nämlich ein möglichst selbstbestimmtes Leben." Mit Projekten wie diesem ist es ohne Risiko für beide Seiten möglich, herauszufinden, ob Unternehmen und Mitarbeiter zueinander passen, so die Soziallandesrätin.
Das Projekt „inArbeit" startete im Herbst 2018 mit insgesamt zwölf Plätzen und dem Ziel, Menschen mit Behinderung gleichberechtigten Zugang zur Arbeitswelt zu ermöglichen. „Es geht um Arbeitsplätze mit kollektivvertraglicher Entlohnung für Menschen mit Behinderung", betont Walerich Berger, Geschäftsführer von „Jugend am Werk". Potenzielle Mitarbeiter und Unternehmen werden von den Expertinnen und Experten intensiv begleitet und betreut, sie eruieren bereits im Vorfeld die Stärken der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Personalressourcen der Unternehmen werden entlastet. Berger: „Es gewinnen aber nicht nur die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch das soziale Klima in den Unternehmen bessert sich, wie viele Studien zum Thema belegen."
Sehr zufrieden ist auch Thomas Schnee von der Kinderreitschule in Eggersdorf, der von der Idee, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, überzeugt ist: „Wir beteiligen uns, weil wir es wichtig finden, Menschen, die arbeiten wollen und zugleich an der Arbeit mit Tieren große Freude haben, diese Möglichkeit zu bieten." Und auch der neue Mitarbeiter Patrick Meier ist am Pferdehof gut angekommen. Wenn man ihn auf seine Arbeit anspricht, strahlt er über das ganze Gesicht. „Mir taugt mein Job voll."