Kampus: „Hilfe für alle Kinder binnen 30 Minuten“
Soziallandesrätin Doris Kampus präsentiert Schwerpunkt Kinderschutz
Graz, 05. Juni 2019

Jedes Kind in der Steiermark soll steiermarkweit die Sicherheit haben, binnen 30 Minuten Fahrzeit Zugang zu einem hochqualifizierten Beratungs- und Betreuungsangebot zu haben: Diese Vorgabe nennt Soziallandesrätin Doris Kampus als ihr politisches Ziel im Kinder- und Jugendschutz. „Wir haben in den vergangenen Jahren viele Innovationen gesetzt und bauen den Kinder- und Jugendschutz auch weiter aus", erläuterte Kampus bei einem Besuch im Grazer Eltern-Kind-Zentrum in der Petersgasse. Neben der Verdichtung des landesweiten Kinderschutzangebotes nannte Kampus vor allem Gewaltprävention im Familiensetting und die laufende Pflegeelternoffensive als weitere Schwerpunkte.
„Kinder leben in der Steiermark in einem kinderfreundlichen Bundesland, aber es gibt auch Kinder und Jugendliche, die Hilfe, Unterstützung und manchmal auch Schutz brauchen", betonte Soziallandesrätin Doris Kampus, die für Kinder- und Jugendhilfe verantwortlich ist. Rund 70 Millionen Euro wendet das Sozialressort pro Jahr für diesen Aufgabenbereich auf. „Das ist gut eingesetztes Geld, weil es Kindern und Jugendlichen zugutekommt, die es besonders brauchen."
Seit 2015 wurden die so genannten Flexiblen Hilfen - das ein Betreuungs- und Beratungsangebot in der Kinder- und Jugendhilfe - steiermarkweit etabliert. „Seit 1. März 2019 ist dieser Prozess abgeschlossen", berichtete die Landesrätin. „Darauf aufbauend, erweitern und verdichten wir unser Angebot in diesem Bereich."
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In Graz reicht das Angebot an Unterstützung für werdende Eltern bis zu jungen Erwachsenen, für die die Kinder- und Jugendhilfe bei Bedarf auch bis zum 21. Lebensjahr verlängert werden kann. In der Landeshauptstadt gibt es darüber hinaus sowohl ein Kinderschutz- als auch ein Eltern-Kind-Zentrum mit einem vorbildlich umfassenden Angebot.
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Mit der Eröffnung des Kinderschutzzentrums in Feldbach in der Südoststeiermark in wenigen Tagen gibt es nun in allen steirischen Regionen ein solches Angebot. Diese Kinderschutzzentren sollen, je nach regionalem Bedarf, verstärkt werden. Ziel ist es, dass alle Kinder, die es brauchen binnen 30 Minuten Fahrzeit zu einem solchen Zentrum kommen, lautet die Vorgabe der Soziallandesrätin.
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Ein weiterer Schwerpunkt ist Prävention. In Zusammenarbeit des Grazer Frauenhauses, des Vereines Neustart und des Vereines für Männer- und Geschlechterthemen wird ein österreichweit einzigartiges Projekt zur Gewaltvorbeugung etabliert: GIF, Gewaltprävention im Familiensetting, bietet spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche, die von Gewalt im familiären Umfeld betroffen sind.
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Seit 2018 läuft zudem eine Offensive für Pflegeeltern. „Erstmals ist es so, dass mehr Kinder bei Pflegefamilien als in sozialpädagogischen Einrichtungen betreut werden", verweist Soziallandesrätin Kampus auf eine Trendwende - 1006 Kinder sind in Pflegefamilien, 962 in pädagogischen Einrichtungen. „Wenn Kinder und Jugendliche nicht in ihren Herkunftsfamilien sein können, sind Pflegefamilien eine gute Alternative."
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Um diese Familien noch besser zu unterstützen, wurden das Pflegekindergeld und die Pauschalzahlung für Erstausstattung erhöht. Das Land übernimmt zudem weitere Leistungen, auch das Weiterbildungsangebot für Pflegemütter und -väter wurde ausgeweitet. Ein weiterer Schritt ist aktuell die Erhöhung des Ruhegeldes für ehemalige Pflegeeltern, die schon in Pension sind - die Wertanpassung bedeutet ein Plus von 480 Euro im Jahr. Die Mehrkosten dafür sind mit rund 400.000 Euro budgetiert.